Harnleiterabgangsenge (UPJ)
Der Harnleiter (Ureter), der als Urin ableitender Kanal von der Niere zur Blase dient, ist 25 cm lang und weist drei Verengungen auf. Eine Verengung befindet sich an der Stelle, an der das Becken in den Harnleiter übergeht. Eine weitere Verengung ist die Stelle, an der der Harnleiter abknickt und den Beckenrand passiert und die dritte Verengung besteht an der Stelle, an der er die Blasenwand durchstößt.
Eine Blockade des Harnleiters kann kongenital (angeboren) oder erworben sein. Zu den kongenitalen Ursachen kann eine Fehlbildung des Uretermuskels gehören, der nicht funktioniert und den Urin nicht in die Blase hinunterdrückt. Dies kommt häufiger bei Kindern vor. Bei Erwachsenen kann eine zusätzliche Arterie oder Vene zum unteren Teil der Niere den Harnleiter an der Stelle kreuzen, an der er aus der Niere kommt, was zu einem langsamen, voranschreitenden Abknicken und zu einer Verengung führt. Diese beiden angeborenen Besonderheiten werden unter dem Begriff Harnleiterabgangsenge oder UPJ zusammengefasst. Symptome einer Harnleiterabgangsenge bestehen in der Regel in Rückenschmerzen, multiplen Niereninfektionen und/oder einer Nierensteinbildung.
Liegt die Blockade oberhalb der Blase, tritt eine einseitige Erweiterung des Harnleiters (Hydroureter) und des Nierenbeckenkelchsystems (Hydronephrose) auf. Der Schmerz infolge einer Harnleiterabgangsenge ist relativ gleichbleibend und kontinuierlich, variiert wenig in seiner Intensität und strahlt häufig in den unteren Bauchbereich, die Hoden bzw. Labien aus. Weitere Symptome sind Polyurie (übermäßiges Urinieren) und Nykturie (häufiges nächtliches Wasserlassen).
Eine Bestätigung der Diagnose ist einfach. Mithilfe eines IVU (intravenöses Urogramm), einer Röntgenuntersuchung oder eines CTs lässt sich ein träges, ausgedehntes Nierenbecken durch einen verlangsamten oder kaum vorhandenen Abfluss des IVU-Kontrastmittels von der Niere zum Harnleiter nachweisen. Als nächstes prüft man mit einem CT der Nieren die Nierenfunktion und misst die Durchlaufzeit des Kontrastmittels von der Niere zur Blase. Die Durchlaufzeit des Kontrastmittels beträgt in der Regel weniger als 10 Minuten, kann bei einer blockierten Niere aber auch Stunden betragen.
Behandlungsmöglichkeiten
Endoskopische Techniken, bei denen ein Instrument verwendet wird, das durch die Harnröhre und die Blase geführt wird, kann man in den Harnleiter schauen und die Blockade beheben. Dieses Verfahren, das Endopyelotomie genannt wird, kann durchgeführt werden, so lange im CT kein kreuzendes Blutgefäß zu sehen ist. Obwohl diese Verfahren relativ schnell durchzuführen sind, betragen die Erfolgsquoten nur 40 bis 60 % und es ist schwieriger, in Zukunft eine laparoskopische Rekonstruktion des Harnleiters vorzunehmen.
Eine weitere Technik zur Behebung der Verengung besteht in einer OP im Bauchbereich, genannt Pyeloplastie. Dieser Eingriff erfordert eine Vollanästhesie und einen langen Krankenhausaufenthalt, da eine öffnung des Bauchbereichs für den Zugang zu den Harnleitern notwendig ist.
Eine laparoskopische Pyeloplastie ist ein minimalinvasiver Ansatz für eine standardmäßig offene Pyeloplastie. Bei der OP erfolgt eine Zystoskopie (Blasenspiegelung), eine Stentplatzierung (Drainageschlauch im Harnleiter) und eine Rekonstruktion und Wiederanbindung des Harnleiters durch drei kleine Eingänge. Die Erfolgsquote des Eingriffs liegt bei 95 %.
Operative Behandlung: Pyeloplastie
Eine Pyeloplastie ist eine chirurgische Rekonstruktion oder Revision des Nierenbeckens zur Drainage und zum Dekomprimieren der Niere. In den meisten Fällen wird sie zur Behandlung einer Harnleiterabgangsenge durchgeführt, wenn die verbleibende Nierenfunktion angemessen ist. Diese Revision des Nierenbeckens dient zur Behandlung von Verengungen (Obstruktionen) durch ein Einschneiden im verengten (stenotischen) Bereich des Nierenbeckens oder der Harnleiterabgangsenge und zur Schaffung eines vergrößerten Ableitungsweges mithilfe von Gewebe im verbleibenden Harnleiter und dem Nierenbecken.
Eine Pyeloplastie erfolgt konventionell als offene Operation. Das bedeutet, dass ein großer Bauchschnitt notwendig ist. Ein weiterer Ansatz, die konventionelle Laparoskopie, ist weniger invasiv, schränkt den Arzt jedoch in seiner Bewegungsfreiheit und im Hinblick auf seine Sicht- und Steuerungsmöglichkeiten mehr ein als dies bei einer offenen OP der Fall ist.
da Vinci®-Pyeloplastie
Wenn Ihnen Ihr Arzt zu einer Operation aufgrund einer Harnleiterabgangsenge rät, können Sie vielleicht schon von einem neuen, minimalinvasiven Ansatz profitieren – der da Vinci-Pyeloplastie.
Das da Vinci-Chirurgiesystem bedient sich modernster Technologie, um Ihrem Arzt dabei zu helfen, eine im Vergleich zu konventionellen Instrumenten präzisere Operation durchzuführen. Es bietet gegenüber der konventionellen offenen Chirurgie zahlreiche potenzielle Vorteile:
- Signifikant weniger Schmerzen
- Geringerer Blutverlust
- Notwendigkeit von weniger Bluttransfusionen
- Geringeres Infektionsrisiko
- Weniger Narben
- Kürzerer Krankenhausaufenthalt
- Schnellere Erholung
- In vielen Fällen bessere klinische Ergebnisse
Die da Vinci-Pyeloplastie bedient sich der besten Techniken der offenen Chirurgie und wendet sie auf einen robotergestützten, minimalinvasiven Ansatz an.
Die Präzision und Bewegungsfreiheit, die das da Vinci-Chirurgiesystem aufgrund seiner modernen Instrumente gewährt, lässt einen minimalinvasiven Ansatz zur Behandlung von Harnleiterabgangsengen zu. Wie bei jeder Operation können diese Vorteile nicht garantiert werden, da eine Operation vom einzelnen Patienten und vom individuellen Eingriff abhängig ist. Wenn bei Ihnen eine Pyeloplastie in Frage kommt, sprechen Sie mit dem Urologen, der die Operation mit dem da Vinci-Chirurgiesystem für Harnleiterabgangsengen vornehmen wird.
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Obwohl klinische Studien die Effizienz des da Vinci®-Systems in der minimalinvasiven Chirurgie belegen, können die individuellen Ergebnisse variieren. Eine Operation mit dem da Vinci-Chirurgiesystem ist möglicherweise nicht für jeden angezeigt. Fragen Sie Ihren Arzt stets nach allen Behandlungsmöglichkeiten sowie deren Risiken und Vorteilen.
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