da Vinci Surgery
 

Nierenkrebs

Als Patient, der möglicherweise an Nierenkrebs erkrankt ist, haben Sie wahrscheinlich viele Fragen zu dieser Erkrankung, wie z. B.:  

  • Wie ist die Prognose bei Nierenkrebs?
  • Wie hoch ist die Überlebensrate oder Genesungsrate bei Patienten mit Nierenkrebs?
  • Welches sind die frühzeitigen Symptome von Nierenkrebs?
  • Wodurch wird Nierenkrebs verursacht?
  • Wie wird Nierenkrebs behandelt?
  • Was ist eine thermische Ablation oder Einfrierung des Nierenkrebses?

Vor einem Besuch bei Ihrem Arzt sollten Sie sich alle Fragen aufschreiben, die Sie zum Nierenkrebs stellen möchten. Wenn Sie die Krankheit und die Behandlungsmöglichkeit komplett verstanden haben, hilft Ihnen dies, die beste Entscheidung für Ihre Versorgung zu treffen.

Überblick

Jedes Jahr wird weltweit bei etwa 190.000 Personen Nierenkrebs diagnostiziert.1 Nierenkrebs tritt be Männern etwas häufiger auf und wird in der Regel im Alter von 50 bis 70 Jahren diagnostiziert.2 Es ist wichtig zu wissen, dass Nierenkrebs bei einer frühzeitigen Diagnose und anschließender Behandlung heilbar ist.  Wird er tatsächlich frühzeitig festgestellt, liegt die Überlebensrate zwischen 79 und 100 Prozent.3

Ein Nierentumor bedeutet abnormes Wachstum in der Niere. Die Begriffe „Masse“, „Geschwulst“ und „Tumor“ werden häufig synonym verwendet. Tumoren können gutartig/benigne (nicht kanzerös) oder bösartig/maligne (kanzerös) sein. Die häufigste Nierengeschwulst ist ein mit Flüssigkeit gefüllter Bereich, eine so genannte Zyste. Einfache Zysten sind gutartig, werden nicht zu Krebs und erfordern in der Regel keine Nachsorgebehandlung. Solide Nierentumoren können gutartig sein, sind jedoch in mehr als 90 Prozent der Fälle kanzerös.3

Es ist möglich, dass der Nierenkrebs in die Nierenvene (Vena renalis) und die Hohlvene (Vena cava) hineinwachsen kann. Die Nierenvene ist die Blut abführende Hauptvene der Niere und die Hohlvene ist die Vene, die Blut zum Herzen transportiert. Der Teil des Krebses, der in diese Venen hineingewachsen ist, wird als „Tumorthrombus“ bezeichnet. Bildgebende Untersuchungen wie ein MRT können dabei helfen herauszufinden, ob ein Tumorthrombus vorliegt.

Damit ein Tumor wachsen und sich ausbreiten kann, muss er neue Blutgefäße stimulieren, um den Tumor mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Dieser Prozess wird als Angiogenese bezeichnet. Nierenkrebs gilt als sehr angiogen und nutzt die Blutgefäße im Körper sehr effizient, um sich auszudehnen. Dies erfolgt durch die Freisetzung eines Proteins, das als vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor (VEGF) bezeichnet wird. VEGF wirkt auf die umgebenden Blutgefäße und stimuliert sie, neue Gefäße zur Versorgung des Tumors zu bilden.3

Nierenkrebs kann in den schmalen Kanälen (Nierentubuli) im Inneren der Niere entstehen. Diese Tubuli befinden sich in der Mitte der Niere, wo sich der Urin ansammelt, und dienen dem Filtern von Blut. Der am häufigsten auftretende Nierenkrebs ist das sogenannte Nierenzellkarzinom.

Symptome

Leider bestehen bei Nierenkrebs im Frühstadium keine Symptome. Sie sollten jedoch einen Arzt aufsuchen, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen bemerken:3

  • Blut im Urin
  • Verhärtung im Bauchraum
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Schmerzen in der Seite
  • Appetitlosigkeit

Bilden sich Metastasen bzw. streut der Krebs über die Niere hinaus, hängen die Symptome vom jeweilig betroffenen Organ ab. Diese können Kurzatmigkeit oder Bluthusten sein, wenn der Krebs in die Lunge gestreut hat. Oder es können Knochenschmerzen oder Knochenbrüche auftreten, wenn der Krebs Metastasen in den Knochen gebildet hat. Wenn der Krebs Metastasen im Hirn gebildet hat, können auch neurologische Symptome auftreten.

In einigen Fällen verursacht Nierenkrebs Begleiterkrankungen, so genannte paraneoplastische Syndrome. Diese Syndrome treten in etwa 20 Prozent der Nierenkrebsfälle auf und können in jedem Stadium, auch bei auf die Niere begrenztem Krebs, vorkommen. Zu den Symptomen paraneoplastischer Syndrome gehören Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Fieber, Schweißausbrüche und Bluthochdruck. In vielen Fällen verschwindet oder bessert sich das paraneoplastische Syndrom nach Entfernen des Krebstumors.

Ursachen & Risikofaktoren

Forscher haben verschiedene Risikofaktoren gefunden, die es wahrscheinlicher machen, dass Sie Nierenkrebs erkranken könnten. Die folgenden Faktoren können das Risiko erhöhen, an Nierenkrebs zu erkranken:3

  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Adipositas
  • Nierenkrebs in der Familienanamnese
  • Chronische Niereninsuffizienz und/oder Dialyse
  • Kalorienreiche Ernährung oder frittiertes/sautiertes Fleisch
  • Von Hippel-Lindau-Syndrom (seltene genetische Erkrankung, die ein Tumorwachstum verursacht)
  • Tuberöse Sklerose (häufige genetische Erkrankung, die von der Geburt bis ins Erwachsenenalter Geschwulste verursacht)

Screenings und Tests bei Verdacht auf Nierenkrebs

Leider gibt es keine Blut- oder Urintests zur Feststellung von Nierenkrebs. Wenn ein Verdacht auf Nierenkrebs besteht, wird Ihr Arzt eine bildgebende Nierenuntersuchung anordnen. Die erste bildgebende Untersuchung ist aller Regel eine Ultraschalluntersuchung oder ein CT-Scan. In einigen Fällen kann eine Kombination aus bildgebenden Untersuchungen notwendig sein, um den Tumor vollständig beurteilen zu können.3

Besteht ein Krebsversacht, müssen Sie untersucht werden, um festzustellen, ob er sich über die Niere hinaus ausgebreitet (bzw. Metastasen gebildet) hat. Die Beurteilung erfolgt auf Basis von bildgebenden Untersuchungen wie einer Ultraschalluntersuchung oder einem CT-Scan. Nach diesen Tests folgen eventuell ein MRT, Röntgen oder Bluttests. Möglicherweise benötigen Sie außerdem ein Knochenszintigramm, wenn Sie Knochenschmerzen hatten, sich Knochenbrüche zugezogen haben oder bei bestimmten Auffälligkeiten im Blutbild. Zusätzliche Untersuchungen können angeordnet werden, wenn der Arzt sie für notwendig hält, um den Tumor vollständig beurteilen zu können.

Behandlung

Die primäre Behandlungsmöglichkeit bei Nierenkrebs ist eine Operation zur Entfernung der gesamten oder eines Teils der Niere und des Tumors; Nierenkrebs spricht nicht gut auf Strahlen- und Chemotherapien an.4

Radikale Nephrektomie gegenüber partieller Nephrektomie (Nieren erhaltend)

Die Entfernung der gesamten Niere wird als radikale Nephrektomie bezeichnet. Abhängig vom Stadium Ihrer Erkrankung und der Position des Tumors, ist es womöglich nötig, die gesamte Niere operativ zu entfernen. Eine neu entstehende Operationstechnik, die so genannte partielle Nephrektomie, zielt darauf ab, dass nur der erkrankte Teil Ihrer Niere entfernt werden muss und das gesunde, funktionierende Nierengewebe erhalten bleiben kann.

Nierengewebe zu erhalten ist wichtig, da Studien gezeigt haben, dass Patienten, deren gesamte Niere entfernt wurde, nach der Operation ein höheres Risiko haben, an chronischer Niereninsuffizienz zu erkranken, als Patienten, die sich einer Nieren erhaltenden, partiellen Nephrektomie unterzogen haben.5

Die American Urological Association bezeichnet die partielle Nephrektomie sogar als Goldstandard-Behandlung für kleine bis mittelgroße Nierentumoren oder –geschwulste.4

Operative Behandlungsmöglichkeiten

Thermale Ablation

Eine alternative Behandlungsmöglichkeit bei Nierenkrebs ist die Behandlung des kanzerösen Gewebes mit extremen Temperaturen. Bei der Kryotherapie wird das Gewebe „eingefroren“, um die Krebszellen abzutöten, während bei der Radiofrequenztherapie Hitze angewendet wird, um die Krebszellen zu zerstören. Bei beiden Methoden werden winzige Sonden verwendet, die entweder über eine offene Operation oder ein laparoskopisches Verfahren in den Nierentumor eingeführt werden. Bei einer thermalen Ablation wird das kanzeröse Gewebe nicht aus dem Körper entfernt, sondern durch Sonden werden extreme Temperaturen an die Tumoren geleitet, in der Hoffnung, dass das gesamte kanzeröse Gewebe zerstört wird.

Ein wichtiger Hinweis: Studien haben gezeigt, dass Patienten, die mit einem Ablationsverfahren (Kryotherapie oder Radiofrequenztherapie) behandelt wurden, eine deutlich höhere Rezidivrate hatten, d.h. der Krebs trat erneut auf, als Patienten, bei denen eine partielle Nephrektomie durchgeführt wurde.6

Traditionelles, offenes Operationsverfahren

Eine Nierenoperation erfolgt konventionell als offene Operation. Das bedeutet, dass die Chirurgen einen großen Bauchschnitt vornehmen müssen. Ein weiterer Ansatz ist der konventionelle laparoskopische Eingriff. Er ist weniger invasiv, schränkt den Arzt jedoch in seiner Bewegungsfreiheit und im Hinblick auf seine Sicht- und Kontrollmöglichkeiten mehr ein, als dies bei einer offenen OP der Fall ist.

Laparoskopische Chirurgie

Bei einem laparoskopischen Eingriff nimmt der Chirurg einige kleine Einschnitte anstelle eines großen Bauchschnitts vor. Der Chirurg verwendet außerdem Teleskop-Geräte, um die Blase sehen und entfernen zu können. Dieses Verfahren kann länger dauern, ist aber während der Genesung in der Regel mit weniger Schmerzen verbunden.1 Da die bei einem laparoskopischen Eingriff verwendeten Instrumente oft lange Griffe haben, gibt es bei schwierigen oder komplexen Operationen bestimmte Einschränkungen.

da Vinci ®-Chirurgie bei Nierenkrebs (partielle Nephrektomie)

Das da Vinci-Chirurgiesystem bedient sich modernster Technik, um Ihrem Arzt die Goldstandard-Behandlung zu ermöglichen, wenn diese angezeigt ist, und um ihn eine noch präzisere Operation durchführen zu lassen. da Vinci bietet Patienten mehrere potenzielle Vorteile im Vergleich zu einer konventionellen Nierenoperation, u.a.:

  • Exzellente klinische Ergebnisse und Krebskontrolle7
  • Kurzer Krankenhausaufenthalt8
  • Geringer Blutverlust7,8
  • Präzise Tumorentfernung und Rekonstruktion der Niere8,9
  • Hervorragende Wahrscheinlichkeit, die Niere bei bestimmten Operationen zu erhalten9
  • Geringe Komplikationsrate9

Wenn es Ihrem Arzt möglich ist, gesundes, funktionierendes Nierengeweben zu erhalten, kann dies in Zukunft dabei helfen, Nierenerkrankungen und sogar eine Dialyse zu verhindern.

Diese Methode wird mithilfe des da Vinci-Chirurgiesystems durchgeführt, einer hochmodernen chirurgischen Plattform. Durch die Überwindung der Grenzen der traditionellen offenen und laparoskopischen Chirurgie, verändert da Vinci die Erfahrung im Bereich der Chirurgie für Menschen auf der ganzen Welt.

Wenn bei Ihnen eine Nierenoperation in Frage kommt, sprechen Sie mit dem Urologen, der die Operation mit dem da Vinci-Chirurgiesystem für Eingriffe an den Nieren vornehmen wird. Für die Suche nach einem in diesem Verfahren geschulten Arzt, nutzen Sie am besten unsere Chirurgen-Datenbank.

Wie bei jeder Operation können diese Vorteile nicht garantiert werden, da eine Operation vom individuellen Patienten, seiner Verfassung und dem Verfahren abhängig ist. Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Arzt über alle Behandlungsmöglichkeiten, einschließlich deren Risiken und Vorteilen, sprechen. Diese Informationen helfen Ihnen dabei, die beste Entscheidung in Ihrer Situation zu treffen.

* Bei einer Nephrektomie wird ein Schnitt vergrößert, um die Niere zu entnehmen.

1. Weltgesundheitsorganisation (WHO); Globale Krebsrate könnte bis 2020 um 50% auf 15 Millionen Fälle ansteigen; Link: http://www.who.int/mediacentre/news/releases/2003/pr27/en/

2. 1. „Cancer Facts & Figures 2008“, American Cancer Society, www.cancer.org, Link: http://www.cancer.org/downloads/STT/2008CAFFfinalsecured.pdf

3. „Kidney Cancer“, American Urological Association Foundation, www.urologyhealth.org, Link: http://www.urologyhealth.org/adult/index.cfm?cat=04&topic=124

4. American Urological Association; Guideline for Management of the Clinical Stage I Renal Mass; 2009; Link: http://www.auanet.org/content/guidelines-and-quality-care/clinical-guidelines/main-reports/renalmass09.pdf

5. Huang WC, Elkin EB, Levey AS, Jang TL, Russo P; Partial Nephrectomy Versus Radical Nephrectomy in Patients With Small Renal Tumors-Is there a Difference in Mortality and Cardiovascular Outcomes; The Journal of Urology, Vol. 181, 55-62, Januar 2009

6. Kunkle D, Egleston B, Uzzo R; Excise, Ablate or Observe: The Small Renal Mass Dilemma – A Meta Analysis and Review. The Journal of Urology, Vol. 179, 1227-1234, April 2008

7. Benway BM, Wang AJ, Cabello JC, Bhayani SB; Robotic Partial Nephrectomy with Sliding-Clip Renorrhaphy: Technique and Outcomes; European Association of Urology, Angenommen am 28. Dezember 2008. Online-Veröffentlichung vor der Print-Version am 07. Januar 2009

8. Rogers CG, Menon M, Weise ES, Robotic partial nephrectomy: a multi-institutional analysis; J Robotic Surgery (2008) 2:141-143 DOI 10.1007/s11701-008-0098-2

9. Bhayani SB, Das N., Robotic-assisted laparoscopic partial nephrectomy for suspected renal cell carcinoma. BMC Surgery, 2008, 8 (16), DOI:10.1186/1471-2482-8-16.

PN 873588 Rev A 06/10

Obwohl klinische Studien die Effizienz des da Vinci-Chirurgiesystems in der minimalinvasiven Chirurgie belegen, können die individuellen Ergebnisse variieren. Es gibt keine Garantie für das Ergebnis. Bei jeder Operation besteht das Risiko von schweren Komplikationen. Besprechen Sie die Behandlungsmöglichkeiten mit Ihrem Arzt, bevor Sie sich für eine Operation entscheiden. Wenn Sie die Risiken jeder Behandlungsmöglichkeit verstanden haben, hilft Ihnen dies, die beste Entscheidung für Ihre individuelle Situation zu treffen. Chirurgische Eingriffe mit dem da Vinci-Chirurgiesystem sind möglicherweise nicht für jeden Patienten und jede Erkrankung geeignet. Fragen Sie Ihren Arzt stets nach allen Behandlungsmöglichkeiten sowie deren Risiken und Vorteilen. Nur Ihr Arzt kann entscheiden, ob ein Eingriff mit dem da Vinci-Chirurgiesystem in Ihrer Situation angemessen ist. Die klinischen Informationen und Meinungen, einschließlich aller Ungenauigkeiten, die in dieser Dokumentation von Patienten oder Ärzten zum da Vinci-Chirurgiesystem geäußert werden, stimmen nicht unbedingt mit denen der Intuitive Surgical, Inc. überein und sollten nicht als Ersatz für eine medizinische Beratung durch Ihren Arzt betrachtet werden. Bei allen abgebildeten Personen, sofern nicht anders angegeben, handelt es sich um Models. © 2011 Intuitive Surgical. Alle Rechte vorbehalten. Intuitive, Intuitive Surgical, da Vinci, da Vinci S, da Vinci Si, Single-Site,  InSite, TilePro and EndoWrist sind Marken oder eingetragene Marken von Intuitive Surgical. Alle anderen Produktbezeichnungen sind Marken oder eingetragene Marken ihrer jeweiligen Rechtsinhaber.

*Im Vergleich zu offener Chirurgie

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