Screening und Tests für Prostatakrebs
Es gibt keine standard- oder routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen bei Prostatakrebs. Einige Vorsorgeuntersuchungen werden durchgeführt, weil sie sich als nützlich bei der Diagnose von Krebs im Frühstadium und der Reduzierung des Sterblichkeitsrisikos im Zusammenhang mit diesem Krebs erwiesen haben. Andere Tests eignen sich in einigen Fällen gut für die Feststellung von Krebs, auch wenn ihre Wirksamkeit in Bezug auf eine tatsächliche Reduzierung des Sterblichkeitsrisikos erst nachgewiesen werden muss.
Wissenschaftler forschen im Bereich der Vorsorgeuntersuchungen, um diejenigen Untersuchungen zu ermitteln, die mit den geringsten Risiken und den größten Vorteilen verbunden sind. Krebsvorsorgestudien sollen zudem zeigen, ob ein frühzeitiges Erkennen tatsächlich die Wahrscheinlichkeit senkt, dass der Betroffene an der Erkrankung stirbt. Bei einigen Krebsarten kann ein Erkennen und Behandeln im Frühstadium zu besseren Heilungschancen führen.
Tests zur Feststellung von Prostatakrebs sind:
1. Digitale rektale Untersuchung (DRU)
Bei einer DRU führt der Arzt einen behandschuhten Finger in den unteren Teil des Rektums ein, um die Prostata nach Verhärtungen oder anderen Auffälligkeiten abzutasten.
2. Test auf das prostataspezifische Antigen (PSA-Test)
Bei diesem Test wird der PSA-Spiegel im Blut gemessen. PSA ist eine Substanz, die größtenteils von der Prostata produziert wird und im Blut von Männern mit Prostatakrebs erhöht sein kann. Der PSA-Spiegel kann aber auch bei Männern erhöht sein, die an einer Prostatainfektion oder -entzündung oder an einer benignen Prostatahyperplasie (gutartige Vergrößerung der Prostatadrüse) leiden.
Wissenschaftler untersuchen die Kombination von PSA-Tests und DRU als Möglichkeit, genauere Ergebnisse im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen zu erlangen. Mitunter verursacht Krebs nie Symptome oder wird lebensbedrohlich, doch wird er im Rahmen der Vorsorge entdeckt, kann er behandelt werden. Es ist nicht bekannt, ob eine Behandlung dieser Krebsarten das Leben im Vergleich zu einer Nichtbehandlung verlängert. Krebsbehandlungen können überdies schwerwiegende Nebenwirkungen haben. Nachsorgeuntersuchungen, wie eine Biopsie, können auch zur Diagnostizierung von Krebs durchgeführt werden.
3. Transrektaler Ultraschall (TRUS)
Beim transrektalen Ultraschall werden Schallwellen genutzt, um ein Bild von der Prostata auf einem Videobildschirm darzustellen. Für die Durchführung dieses Tests wird eine kleine Sonde in das Rektum eingeführt. Diese gibt Schallwellen ab, die in die Prostata eindringen und ein Echo zurückwerfen, das von der Sonde wieder aufgenommen wird. Ein Computer wandelt das Echomuster in eine Schwarz-Weiß-Darstellung der Prostata um. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und wird in einer Arztpraxis oder ambulant in einer Klinik durchgeführt. Die rektale Einführung der TRUS-Sonde kann ein Druckgefühl verursachen. In der Regel ist diese Untersuchung jedoch nicht mit Schmerzen verbunden.
4. Biopsie
Bei einer Biopsie wird eine kleine Gewebeprobe entnommen und dann unter dem Mikroskop untersucht. Unter Zuhilfenahme von transrektalem Ultraschall (TRUS) als Orientierung führt der Arzt eine dünne Nadel durch die Wand des Rektums in verschiedene Stellen der Prostatadrüse ein. Mit der Nadel wird dann ein zylinderförmiges Gewebestück entnommen, das normalerweise 1,3 cm lang und 0,16 cm breit ist. Diese Gewebeprobe wird dann ins Labor geschickt, wo sie auf Krebs untersucht wird.
5. Gradeinteilung
Gesunde Prostatazellen sind gleichgroß und gleichförmig und regelmäßig in den Mustern einer normalen Drüse angeordnet. Mit fortschreitendem Krebs verlieren die Zellen ihr gleichförmiges Erscheinungsbild. Aus normalem, gut differenziertem Gewebe wird zunehmend ungeordnetes, schlecht differenziertes Gewebe. Letztlich entsteht ein Tumor. Wenn Ihre Biopsie ergibt, dass Sie Prostatakrebs haben, weist der Pathologe jeder Gewebeprobe einen Grad zu, aus dem hervorgeht, wie lange die Zellen sich bereits von einem normalen zu einem abnormen Erscheinungsbild entwickelt haben.
6. Stadieneinteilung
Das Verfahren zur Feststellung, ob sich Krebs in der Prostata oder anderen Teilen des Körpers ausgedehnt hat, heißt Stadienbestimmung. Die aus der Stadienbestimmung hervorgehenden Informationen dienen zur Einteilung der Krankheit in Stadien. Diese ist für die Behandlungsplanung wichtig.
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