da Vinci Surgery
 

Stadien bei Prostatakrebs

Ein Stadiensystem ist ein standardisiertes System, das angibt, in welchem Ausmaß der Krebs streut. Die Stadien beschreiben Ausmaß bzw. Schwere der Krebserkrankung auf Grundlage der Größe des ursprünglichen (primären) Tumors und des Ausmaßes, in dem er im Körper gestreut hat. Es gibt verschiedene Stadieneinteilungen für Prostatakrebs, doch am häufigsten wird das sogenannte TNM-System verwendet. Es gilt auch als System zur Stadieneinteilung des American Joint Committee on Cancer (AJCC).1

Allgemeines zur Stadieneinteilung

Die Stadieneinteilung basiert auf Wissen darüber, wie Krebs sich entwickelt. Krebszellen teilen sich und wachsen und bilden so eine Gewebemasse, die man Tumor nennt. Während der Tumor wächst, kann er nahe liegende Organe und Gewebe befallen. Krebszellen können sich auch vom Tumor abspalten und in den Blutkreislauf oder das Lymphsystem gelangen. Über den Blutkreislauf oder das Lymphsystem kann der Krebs vom Primärtumor in andere Organe gelangen und dort streuen. Diese Streuung der Krebserkrankung nennt man Metastasenbildung. 2

Ziel der Stadieneinteilung

Die Einteilung in Stadien stellt ein essenzielles Hilfsmittel bei der Krebsdiagnostizierung und -behandlung dar:

  • Anhand der Stadien können Ärzte die Behandlung eines Patienten effektiver planen.
  • Anhand der Stadien kann eine Prognose für einen Patienten gestellt werden (wahrscheinliches Ergebnis oder wahrscheinlicher Verlauf der Erkrankung).
  • Ist das Stadium bekannt, lassen sich leichter klinische Studien finden, die für einen bestimmten Patient geeignet sein könnten. 3

Die Einteilung in Stadien gibt Forschern und Ärzten die Möglichkeit, Informationen über Patienten auszutauschen, und sie bildet eine gemeinsame Sprache für Diagnose, Therapie und klinische Studien.

Tests zur Ermittlung des Prostatakrebsstadiums

Die folgenden Tests und Verfahren können zur Ermittlung des Stadiums bei Prostatakrebs angewendet werden:

TEST/VERFAHREN

ERLÄUTERUNG

Radionuklid-Knochenszintigraphie

Ein Verfahren zur Feststellung sich schnell teilender Zellen, z. B. Krebszellen im Knochen. Eine sehr kleine Menge radioaktiven Materials wird in eine Vene injiziert und gelangt in den Blutkreislauf. Das radioaktive Material reichert sich in den Knochen an und wird von einem Scanner ermittelt. 4

MRT (Magnetresonanztomographie):

Ein Verfahren, bei dem eine Serie von Detailaufnahmen von Bereichen im Körperinneren mithilfe eines Magneten, Radiowellen und eines Computers erstellt werden. Dieses Verfahren wird auch Kernspintomographie genannt (NMRT). 5

Hüftlymphadenektomie

Ein chirurgisches Verfahren, bei dem die Lymphknoten der Hüfte entfernt werden. Ein Pathologe untersucht das Gewebe unter dem Mikroskop auf Krebszellen. 6

CT-Scan (CAT-Scan):

Ein Verfahren, bei dem eine Reihe von Detailaufnahmen von Bereichen innerhalb des Körpers aus verschiedenen Winkeln erstellt werden. Die Aufnahmen werden von einem PC erstellt, der an ein Röntgengerät angeschlossen ist. Ein Kontrastmittel kann in eine Vene injiziert oder oral verabreicht werden, damit die Organe und Gewebe deutlicher zu sehen sind. Dieses Verfahren wird auch Computertomographie, computergestützte Tomographie oder computergestützte Axialtomographie genannt. 7

Samenblasenbiopsie

Entnehmen von Flüssigkeit aus den Samenblasen (Drüsen, in denen der Samen produziert wird) mithilfe einer Nadel. Ein Pathologe untersucht die Flüssigkeit unter dem Mikroskop auf Krebs. 8

Die Ergebnisse dieser Tests werden zusammen mit den Ergebnissen der ursprünglichen Tumorbiopsie betrachtet, um so das Stadium des Prostatakrebses festzustellen.

Ermittlung des Stadiums bei Prostatakrebs mit dem TNM-System

Das TNM-System beschreibt das Ausmaß des primären Tumors (T-Stadium), eine eventuelle Streuung des Krebses auf nahegelegene Lymphknoten (N-Stadium) und die An- oder Abwesenheit von gestreuten Metastasen (M-Stadium). Das TNM-System ist von der International Union Against Cancer (IUAC) und der American Joint Committee on Cancer (AJCC) anerkannt. 9 Die nachstehend beschriebenen Stadien beruhen auf der aktuellen Fassung des AJCC-Handbuchs zur Stadieneinteilung. Das klinische Stadium ergibt sich aus den Tests vor dem chirurgischen Eingriffen, beispielsweise aus den Ergebnissen der PSA-Blutuntersuchung und aus der Befundung des Krebses mit der DRU. Wird ein chirurgischer Eingriff vorgenommen, lässt sich das pathologische Stadium anhand des Eingriffs und der Untersuchung des entfernten Gewebes feststellen. Das T-Stadium bei Prostatakrebs wird mit vier Kategorien von T1 bis T4 beschrieben.10

STADIUM

ERLÄUTERUNG

T1

Der Tumor lässt sich nicht ertasten und ist auch nicht mit bildgebenden Verfahren wie dem transrektalen Ultraschall sichtbar.

T1a

Der Krebs wird zufällig bei einer transurethralen Resektion (TUR) zur Behandlung einer gutartigen Vergrößerung der Prostata entdeckt. Krebszellen sind in weniger als 5 % des entfernten Gewebes nachweisbar.

T1b

Krebszellen sind in weniger als 5 % des entfernten Gewebes nachweisbar.

T1c

Der Krebs wird bei einer Nadelbiopsie entdeckt, die aufgrund eines erhöhten PSA-Werts vorgenommen wird.

T2

Der Krebs kann bei einer digitalen rektalen Untersuchung (DRE) ertastet werden, scheint jedoch immer noch auf die Prostatadrüse begrenzt zu sein.

T2a

Der Krebs erstreckt sich auf maximal die Hälfte eines einzigen Seitenlappens der Prostata (links oder rechts).

T2b

Der Krebs erstreckt sich auf mehr als die Hälfte eines einzigen Seitenlappens der Prostata (links oder rechts).

T2c

Der Krebs befällt beide Seitenlappen der Prostata.

T3

Der Krebs streut außerhalb der Prostata und kann sich bis in die Samenblasen erstrecken.

T3a

Der Krebs erstreckt sich über die Prostata hinaus, jedoch nicht bis in die Samenkapseln. T3b: Der Krebs streut in die Samenblasen.

T4

Der Krebs streut in Gewebe in der Nähe der Prostata (außer in die Samenblasen), beispielsweise in den Blasenschließmuskel (kontrolliert die Blasenentleerung), in den Darm und/oder in die Wand des Beckens.

Stadiengruppierung

Bei vielen Krebsarten entsprechen die TNM-Kombinationen jeweils einem von fünf Stadien. Sobald T-, N- und M-Kategorien feststehen, werden diese Angaben mit dem Gleason-Score im Rahmen der sogenannten Stadiengruppierung kombiniert. Das resultierende Stadium wird in römischen Zahlen von I (am wenigsten fortgeschritten) bis IV (am weitesten fortgeschritten) ausgedrückt. 11 Dies erleichtert die Bestimmung der Behandlungsmöglichkeiten und der Überlebens- oder Heilungsaussichten. Die nachstehende Abbildung (mit frdl. Genehmigung des National Cancer Institute der USA) zeigt die urologischen Organe und die Stadien beim Prostatakrebs. 12

STADIUM I

 

STADIUM II

In Stadium I ist der Krebs ausschließlich auf die Prostata begrenzt. Er kann weder bei einer digitalen rektalen Untersuchung (DRE) ertastet noch mit einem bildgebenden Verfahren sichtbar gemacht werden. In der Regel wird der Krebs zufällig bei chirurgischen Eingriffen aus anderen Gründen erkannt, beispielsweise zur Behandlung einer gutartigen Vergrößerung der Prostata. Prostatakrebs in Stadium I kann auch als Prostatakrebs in Stadium A1 bezeichnet werden. 13

 

In Stadium II ist der Krebs weiter fortgeschritten als in Stadium I, hat jedoch immer noch nicht außerhalb der Prostata gestreut. Prostatakrebs in Stadium II kann auch als Prostatakrebs in Stadium A2, B1 oder B2 bezeichnet werden.14

STADIUM III

 

STADIUM IV

In Stadium III hat der Krebs über die Prostatakapsel hinaus in nahegelegenes Gewebe gestreut. Unter Umständen befällt der Krebs die Samenblasen. Prostatakrebs in Stadium III kann auch als Prostatakrebs in Stadium C bezeichnet werden. 15

 

In Stadium IV hat der Krebs in Lymphknoten, die sich in der Nähe der Prostata befinden oder weiter entfernt sind, oder in andere Körperregionen wie Blase, Darm, Knochen, Leber oder Lunge gestreut (Metastasen gebildet). Metastatischer Prostatakrebs streut häufig in die Knochen. Prostatakrebs in Stadium IV kann auch als Prostatakrebs in Stadium D1 oder D2 bezeichnet werden. 16

  1. "Staging: Questions and Answers," National Cancer Institute. www.cancer.gov. URL: http://www.cancer.gov/cancertopics/factsheet/Detection/staging
  2. Ibid.
  3. Ibid.
  4. "How is Prostate Cancer Staged?," American Cancer Society, www.cancer.org. URL: http://www.cancer.org/docroot/CRI/content/CRI_2_4_3X_How_is_prostate_cancer_staged_36.asp
  5. Ibid.
  6. Ibid.
  7. Ibid.
  8. Ibid.
  9. "Staging: Questions and Answers," National Cancer Institute. www.cancer.gov. URL: http://www.cancer.gov/cancertopics/factsheet/Detection/staging
  10. "How is Prostate Cancer Staged?," American Cancer Society, www.cancer.org. URL: http://www.cancer.org/docroot/CRI/content/CRI_2_4_3X_How_is_prostate_cancer_staged_36.asp
  11. Ibid.
  12. "Stages of Prostate Cancer," National Cancer Institute. www.cancer.gov. URL: http://www.cancer.gov/cancertopics/pdq/treatment/prostate/Patient/page2
  13. Ibid.
  14. Ibid.
  15. Ibid.
  16. Ibid.
1. „Staging: Questions and Answers“, National Cancer Institute der USA. www.cancer.gov. URL: http://www.cancer.gov/cancertopics/factsheet/Detection/staging
2. Ebd.
3. Ebd.
4. „How is Prostate Cancer Staged?“, American Cancer Society, www.cancer.org. URL: http://www.cancer.org/docroot/CRI/content/CRI_2_4_3X_How_is_prostate_cancer_staged_36.asp
5. Ebd.
6. Ebd.
7. Ebd.
8. Ebd.
9. „Staging: Questions and Answers“, National Cancer Institute der USA. www.cancer.gov. URL: http://www.cancer.gov/cancertopics/factsheet/Detection/staging
10. „How is Prostate Cancer Staged?“, American Cancer Society, www.cancer.org. URL: http://www.cancer.org/docroot/CRI/content/CRI_2_4_3X_How_is_prostate_cancer_staged_36.asp
11. Ibid.
12. „Stages of Prostate Cancer“, National Cancer Institute. www.cancer.gov. URL: http://www.cancer.gov/cancertopics/pdq/treatment/prostate/Patient/page2
13. Ebd.
14. Ebd.
15. Ebd.
16. Ebd.

Obwohl klinische Studien die Effizienz des da Vinci®-Systems in der minimalinvasiven Chirurgie belegen, können die individuellen Ergebnisse variieren. Eine Operation mit dem da Vinci-Chirurgiesystem ist möglicherweise nicht für jeden angezeigt. Fragen Sie Ihren Arzt stets nach allen Behandlungsmöglichkeiten sowie deren Risiken und Vorteilen.

PN 871996 Rev A 05/08